Morgenkreis

Waldorfkindergärten Hagen

Zum Morgenkreis sammelt die Erzieherin bzw. der Erzieher die Kinder mit einem Lied um sich. Dann werden der Jahres- oder Festeszeit entsprechende rhythmische Reime, Sing- und Klangspiele in bewegte Formen gebracht.

Beim sogenannten Reigen sind alle Kinder und Erwachsenen der Gruppe aktiv beteiligt. Der Morgenkreis wird über drei bis vier Wochen immer in die gleichen Gesten, Gebärden und Bewegungen umgesetzt.

Ein wichtiger Bestandteil des Morgenkreises ist die Bewegung. Während die Erzieherin singt oder spricht versucht sie, das Wesentliche z. B. eines Tieres oder einer Handwerkertätigkeit in lebendige Gesten umzuwandeln Die in Form gebrachte wahre Geste teilt dem Kind etwas vom Wesen der Erde und ihrer Geschöpfe mit.

Es ist durch Gehirnforschung wissenschaftlich bewiesen, dass die Bewegung von Armen, Beinen, Fingern und Sprachorganen sich auf die Ausgestaltung des Gehirns auswirkt. Die Intelligenz, die das Kind später zum Lernen in der Schule und im Leben braucht, wird im betreffenden Alter nicht durch kognitive Spielmaterialien ausgebaut, sondern vielmehr durch in sinnhafte Tätigkeit eingebundene körperliche Bewegung.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Morgenkreises ist die Sprache. Durch die schön klingenden Verse, Laut- und Wortspiele begegnet das Kind einem reichhaltigen und vielfältigen Wortschatz. Die Aussprache der Erzieherin ist dabei immer wohlklingend betont und deutlich artikuliert. Die sich in solcher Qualität wiederholenden Texte regen die Sprachaufnahme und Sprechfähigkeit kontinuierlich an, was die Sprachförderung im Kindergarten wesentlich unterstützt.

Im Morgenkreis erlebt das Kind hochwertige Sprache, die es zum einen in der Nachahmung selber wiederholt und deren Sinn sich ihm durch die Bewegung erschließt. Freude am Tun, an der Bewegung und am Sprechen regen die Sprachaufnahme und Sprechfähigkeit des Kindes intensiv an und verknüpfen sein Verständnis für die Inhalte mit dem Gefühl der Freude.